Fragen, die ein homöopathischer Arzt an Sie stellen kann

26. Juli 2014
  • Welche Allgemeinkrankheiten, Infektionskrankheiten, Impfungen, Operationen und Verletzungen haben Sie schon gehabt?
  • Wann ist Ihre schlechteste Tageszeit: Erwachen, Aufstehen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend, vor Mitternacht, nach Mitternacht?
  • Welche Jahreszeit ist für sie am besten?
  • Was vertragen sie besser: Wärme oder Kälte?
  • Sind sie empfindlich gegen Geräusche, Lärm, Licht?
  • Wie vertragen sie das Alleinsein?
  • Wie ist Ihre Stimmung? Froh, heiter, optimistisch, still, ernst, verschlossen, pessimistisch
  • Vor was haben sie Angst? Alleinsein, Armut, Dunkelheit, Geräusche, Platzangst, Spinnen, Mäuse
  • Haben Sie Sorgen, Ärger; Aufregungen?
  • Wie Ist Ihre Konzentration?
  • Leiden sie unter Zwangsvorstellungen?
  • Was essen Sie besonders gerne? Welche Speisen verabscheuen Sie?
  • Haben Sie Organstörungen?
  • Wie Ist Ihre Wärmeregulation?

Nach dem Analogisieren dieser Symptome erfolgt die Auswahl der Arzneien, die für den Patienten in die engere Wahl zu ziehen sind.

Chronische Krankheiten

9. Juni 2014

Der Arzt Hahnemann beschäftigte sich Tag und Nacht mit dem Phänomen der chronischen Krankheiten. Er machte die Entdeckung, dass viele seiner Patienten, trotz bester homöopathischer Behandlung nicht endgültig gesundeten. Akute Erkrankungen konnten zwar in Anwendung der entsprechenden homöopathischen Arznei geheilt werden, die chronischen Krankheiten jedoch widersetzten sich seinen Anstrengungen. Ihr akutes Aufflammen konnte Hahnemann zwar besänftigen, doch die Krankheit kam wieder, meist in abgeschwächter Form und ein anderes Organ betreffend, doch sie kam wieder.

Für Hahnemann musste es scheinen, als jagte er einem Phantom nach. Als Leitmotiv dieser chronischen Erkrankungen bezeichnet Hahnemann die Haut. Es ist in jedem Fall die Haut, die reagiert und die ausdrückt, dass von Innen ein krankhafter Prozess nach außen verlagert wird. Mit dieser Feststellung leitet Hahnemann eine weitreichende Abhandlung über die Behandlung des “Lokalübels” ein. Er kommt zu der Feststellung, dass, wenn die innere Erkrankung nicht geheilt wird, eine Heilung des Kranken nicht möglich ist.

Der homöopathische Arzt hat den Auftrag, eine besonders gründliche individualisierende Untersuchung einzuleiten. Diese Untersuchung dient zur Erkundung auch weit zurückliegender Beschwerden. Sie bezieht auch Gemütskrankheiten mit ein und dehnt die Symptomerforschung auch auf Lebensumstände, Gefühle, sowie auf Ereignisse und Sorgen aus. Für den homöopathischen Arzt kann keine Heilung, ohne Individualisierung jedes Krankheitsfalles stattfinden. (Samuel Hahnemann, “Die Chronischen Krankheiten”, Band 4, 2003, Karl F. Haug Verlag, Stuttgart)

Der Beginn einer Krankheit

4. Mai 2014

Homöopathie und mit Ihr die „Wiener Schule der Homöopathie“ praktiziert eine „Therapie des Anfangs“. Es geht um die „auslösende Ursache“, jenes Ereignis, mit dem alles begann.

Die Homöopathie räumt diesem Ereignis- und nur dieser Ursache eine besondere Bedeutung zu. Auch Hahnemann sieht in der Entstehungsgeschichte einer Krankheit den Ansatzpunkt für die Heilung. Die Homöopathie versteht sich als Medizin zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes in allen Schichten der Person. Neben den auslösenden Ursachen sind es vor allem zwei große Traumata, die als Ursprung von Krankheiten zu erkennen sind.

Psychisches Trauma
Angst ist in unserer Zeit ein Signal für menschliches Leiden geworden. Angst ist ein Element, das mutlos, verzweifelt und krank machen kann. Ähnliches gilt für Kummer, besonders für jenen, “innersten Kummer“, der sich oft als Wurzel einer Krankheit erweist. In das psychische Trauma werden oft auch aggressive Empfindungen, wie Ärger, Aufregung und Zorn gereiht.

Physisches Trauma
Auslösende Ursache für Beschwerden und oftmals chronisch gewordene Krankheiten können Impfschäden aus der Kindheit, nicht ausgeheilte Krankheiten oder Unterdrückung von Erkrankungen sein.

Der Ursprung gibt Aufschluss
Verfolgt man Krankheiten zurück zu Ihrem Entstehen, offenbart sich nicht selten ein aufschlussreicher, “roter Faden“, der Organschäden und Organstörungen erklärt. Das Wissen um mögliche „auslösende Ursachen“ einer Erkrankung versetzt die Homöopathie in die Lage, einen weiteren, aufschlussreichen Zugang zum Menschen und zu seinem Leiden zu bekommen. Der homöopathische Arzt wird dadurch an den Beginn eines Menschenschicksals geführt, dem er nun, in Kenntnis, um den Ursprung, mit der entsprechend gewählten Medizin, wirkungsvoll begegnen kann.

Hautausschläge

20. April 2014

Schulmedizinisch betrachtet gehören Ausschläge, welcher Art auch immer, in die Praxis des Hautarztes. Der erfahrene homöopathische Arzt weiß, dass kein Hautausschlag durch äußere Mittel (Salben, Tinkturen) vertrieben werden darf. Die menschliche Haut bringt aus sich heraus keinen Ausschlag hervor, ohne dass innere Organe erkrankt sind. Hauterkrankungen haben ihren Ursprung immer im Magen-Darmtrakt, wobei meist auch erhöhte Leber- und Nierenwerte festzustellen sind. Der homöopathische Arzt wird Patienten mit Hauterkrankungen in ein Speziallabor für Labordiagnostik überweisen.

Jugendakne

23. März 2014

Die Trennung der Akne in eine jugendliche Form und eine Form nach abgeschlossener Pubertät ist angezeigt, da die Pubertätsakne im Zuge einer sowohl hormonellen Umstellung, als auch Stoffwechselumstellung auftritt. Die Spätakne, die sich selten von der Jugendakne fortsetzt, ist Ausdruck hormoneller Schwächen und Störungen des Stoffwechsels.

Antibiotikatherapien können nur unbefriedigend und vorübergehend sein. Die Homöopathie versucht, den Prozess der Störung und die Beziehung zu Stoffwechsel und Organfunktionen zu beeinflussen. Die Tatsache, dass in jedem jugendlichen Organismus eine hormonelle Umwandlung stattfindet, und doch nicht jeder Jugendliche an Akne leidet, lässt den Blickwinkel auf andere Stoffwechselstörungen fallen und die Beschaffenheit der Haut näher betrachten.

Durch homöopathische Mittel sollen nicht nur die Stoffwechselvorgänge über die Schilddrüse, sondern auch die Entgiftungsvorgänge und Entschlackungsvorgänge über Leber und Niere angeregt werden. Aknetherapie bedeutet immer Sanierung des gestörten Stoffwechsels.

Ganzheitliche Behandlung des Heuschnupfens

9. Februar 2014

Im Rahmen einer klassisch homöopathischen Behandlung des Heuschnupfens ist es wesentlich, individuelle und charakteristische Feinheiten der Symptome herauszuarbeiten. Das Wesen der Homöopathie besagt, dass es keine zwei Heuschnupfenpatienten gibt, die sich gleichen. Aus dieser Symptomgesamtheit wählt der homöopathische Arzt ein passendes Arzneimittel auf der Grundlage des homöopathischen Ähnlichkeitsgesetzes aus. So werden nacheinander wirksame Heilsimpulse gesetzt , welche auch auf das geschwächte Abwehrsystem einwirken. In den meisten Fällen leiden Allergiepatienten, natürlich auch Heuschnupfenpatienten, an einer nicht intakten Darmflora, hervorgerufen durch Nahrungsmittel-unverträglichkeiten. Eine gestörte Darmflora führt früher oder später zu Erkrankungen. Untersuchungen der Darmflora werden nur in speziellen Labors durchgeführt. Darmspiegelungen bringen keinen Aufschluss über die gestörte Darmflora.

Homöopathische Arzneimittelfindung

31. März 2013

Das Erstgespräch mit dem Patienten hat dem homöopathischen Arzt eine Fülle von Symptomen geliefert, die er nun für die Arzneifindung beurteilen, bewerten und mit seinem Wissen ergänzen muss. Die Arzneimittelbilder hat der Arzt bei seiner Ausbildung zum Homöopathen kennen gelernt und er hat sein Wissen über sie durch den ständigen Umgang vertieft. Das Bild des kranken Menschen muss von Fall zu Fall neu erfasst werden. Dem Ähnlichkeitsprinzip folgend, sucht nun der Arzt nach jenen Symptomen, die für den jeweiligen Kranken charakteristisch sind und sich in der Arznei wieder finden.

Denn erst wenn Arzneimittelbild und Menschenbild übereinstimmen, kann Heilung erfolgen.

Venenprobleme

1. März 2013

Im Vordergrund von Venenproblemen lässt sich immer eine Schwäche des Bindegewebes erkennen. In diesem Zusammenhang steht auch die Leistungsfähigkeit des Herzens, das wesentlich notwendig zur Erhaltung eines venösen Kreislaufes ist. Venenprobleme benötigen Medikamente die:

  • Gefäße im Sinne einer Ödem hemmenden Wirkung abdichten.
  • bei Stauungen in den Mechanismus der chronischen Mindestversorgung mit Sauerstoff eingreifen.
  • zur Kräftigung der Herz-Kreislaufsituation beitragen.
  • das Bindegewebe festigen.

Verschiedene Venenmittel eröffnen uns den Zugang zum ganzen Menschen in seiner Gesamtbelastung.

Selen

26. Januar 2013

Selen ist eines unserer wichtigsten Enzyme. Es schützt den menschlichen Körper vor Oxidationsprozessen, die beim Entstehen vieler Krankheiten bedeutsam sind. Österreich und Deutschland zählen im Weltvergleich zu den selenarmen Gegenden. Die Selenzufuhr in diesen Ländern wird auf 4µg täglich geschätzt und liegt daher am unteren Rand der empfohlenen Zufuhr von WHO. Die Versorgung der Bevölkerung kann also als grenzwertig betrachtet werden.

Selenmangel kann zu Autoimmunerkrankungen führen. Autoimmunerkrankungen sind Erkrankungen, bei denen sich der Körper langsam selber zerstört, z.B. Rheuma, Neurodermitis, Asthma, Reizdarmsyndrom, Schilddrüsenerkrankungen, bis hin zu bösartigen Entartungen.

Selen-Vorkommen

Fische und Meeresfrüchte, Fleisch, Eier, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Knoblauch und Nüsse sind sehr selenhältig. Bei fast allen Autoimmunerkrankungen befinden sich die Selenwerte im unteren Normbereich. Es ist Aufgabe des Arztes auf eine genaue Dosierung des Selenpräperates zu achten.

Was ist das für ein Mensch? (Mathias Dorci)

17. November 2012

Diese Frage stellt sich jeder homöopathische Arzt in der Begegnung mit seinem Patienten und diese Frage ist auch der Schlüssel zur erfolgreichen homöopathischen Behandlung. Die Homöopathie sieht sich als eine Medizin für einen ganz bestimmten Menschen und für eine ganz bestimmte Person - in all seiner Gesamtheit in seinem individuellem Schicksal und in all seiner Unverwechselbarkeit. Die Homöopathie versucht diese ganz bestimmte Person in ihrer Einmaligkeit in dieser Welt zu erfassen.

Homöopathische Ärzte müssen große Denker sein. Sie verkörpern eindeutig ein medizinisches Prinzip, das im Menschen mehr sieht als die Summe seiner einzelnen Teile und Gliedmaßen. Wahrnehmen ist in der Homöopathie die Wahrnehmung und Beobachtung eines kranken Menschen mit all seinen Sorgen, Beschwerden, mit seiner Vergangenheit und Gegenwart. Der homöopathische Arzt kommt durch An-sehen zum Ver-stehen, durch Hören, Zuhören und Erfassen der Gestik und Ausstrahlung zum Bild des Patienten.

Es ist das Ziel der Homöopathie für jeden Menschen die zu ihm passende Medizin zu finden.