Darm und Gehirn

16. November 2014

Bei Menschen mit einer Glutenallergie verursachen die Klebereiweiße, die in den Getreidesorten Weizen, Hafer, Gerste, Roggen und Dinkel vorkommen, auf Grund von chemischen Prozessen eine Zerstörung des typischen Aufbaus der Dünndarmschleimhaut. Es kommt zu Entzündungen und zur Bildung von Antikörpern gegen das aufgenommene Gluten. Diese Autoantikörper führen zu einem Abbau der Zotten im Dünndarm.

Die Glutenallergie gehört zu den Autoimmunerkrankungen, es werden Antikörper gegen den eigenen Körper gebildet. Bestimmte Nahrungsgruppen und schlechte Verdauung haben Auswirkungen auf die Funktion des Nervensystems und auch auf das Gehirn. Den homöopathischen Ärzten ist bekannt, dass Mikroorganismen im Darmtrakt Gifte verursachen können, die die Gehirnfunktion beeinflussen.

Diese toxische Ursache wird leider viel zu wenig beachtet. Die Ursachenforschung von ernsten neurologischen Erkrankungen, zu denen auch Krampfanfälle gehören, hat viele Forscher in die Tiefen des Magen-Darmtraktes geführt. Obwohl der Darmtrakt anatomisch gesehen weit weg vom Gehirn liegt, bleibt er für Wissenschaftler, die die Ursachen von neurologischen Erkrankungen erforschen, weiterhin sehr interessant.

Heilen in der Homöopathie

12. Oktober 2014

Die Beziehung zum “Heilen” ist in der modernen Medizin fast verloren gegangen. Man kuriert Symptome, macht aber den Menschen nicht “heil”.

“Heilen” bedeutet in der Homöopathie, dass die Harmonie wieder hergestellt wird. Heilung erfolgt dann, wenn der Allgemeinzustand wieder hergestellt wird. Erst dann bessern sich die körperlichen Beschwerden.

Geheilte Menschen verändern sich in ihrem Äußeren, in ihrem Wesen. Sie fühlen sich wohl, können wieder Freude empfinden und freuen sich ihres Lebens.

Homöopathische Heilung erfolgt in dieser Abfolge:

  • Von oben nach unten – vom Gehirn zu den Zehen.
  • Von innen nach außen: Vom Herz, von der Lunge, von der Leber, von der Niere zur Haut.

Die Beschwerden verschwinden in umgekehrter Reihenfolge:

  • Zuletzt aufgetretene Beschwerden zuerst.
  • Seit langen bestehende Beschwerden zuletzt.

„Das höchste Ideal der Heilung ist die schnelle, sanfte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit oder Behebung und Vernichtung der Krankheit in Ihrem ganzen Umfeld auf dem kürzesten Wege“ (Samuel Hahnemann, § 2 “Organon”)

Die Behandlung soll nach deutlich einzusehenden Gründen erfolgen.

Die richtige Arznei

7. September 2014

Bei der Wahl der Potenz lässt sich der Arzt in erster Linie von der “Natur der Störung” leiten.

Liegt die Störung im Organ, sind tiefe Potenzen üblich. Für das vegetative Nervensystem wird man mittlere Potenzen wählen. Für das Zentralnervensystem sind hohe Potenzen die Norm.

Weitere Kriterien bei der Potenzauswahl:

  • Pflanzliche Stoffe: meist tiefe und hohe Potenzen
  • Mineralsalze: mittlere und hohe Potenzen
  • Metalle: hohe Potenzen
  • Akute Krankheiten: tiefe Potenzen
  • Chronische Krankheiten: hohe Potenzen

Die Potenzauswahl hängt natürlich auch vom jeweiligen Menschen ab.

Arzneiformen in der homöopathischen Behandlung:

  • Flüssige Form: Urtinkturen und Dilutionen
  • Globuli
  • Tabletten
  • Pulverform
  • Salben

Fragen, die ein homöopathischer Arzt an Sie stellen kann

26. Juli 2014
  • Welche Allgemeinkrankheiten, Infektionskrankheiten, Impfungen, Operationen und Verletzungen haben Sie schon gehabt?
  • Wann ist Ihre schlechteste Tageszeit: Erwachen, Aufstehen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend, vor Mitternacht, nach Mitternacht?
  • Welche Jahreszeit ist für sie am besten?
  • Was vertragen sie besser: Wärme oder Kälte?
  • Sind sie empfindlich gegen Geräusche, Lärm, Licht?
  • Wie vertragen sie das Alleinsein?
  • Wie ist Ihre Stimmung? Froh, heiter, optimistisch, still, ernst, verschlossen, pessimistisch
  • Vor was haben sie Angst? Alleinsein, Armut, Dunkelheit, Geräusche, Platzangst, Spinnen, Mäuse
  • Haben Sie Sorgen, Ärger; Aufregungen?
  • Wie Ist Ihre Konzentration?
  • Leiden sie unter Zwangsvorstellungen?
  • Was essen Sie besonders gerne? Welche Speisen verabscheuen Sie?
  • Haben Sie Organstörungen?
  • Wie Ist Ihre Wärmeregulation?

Nach dem Analogisieren dieser Symptome erfolgt die Auswahl der Arzneien, die für den Patienten in die engere Wahl zu ziehen sind.

Chronische Krankheiten

9. Juni 2014

Der Arzt Hahnemann beschäftigte sich Tag und Nacht mit dem Phänomen der chronischen Krankheiten. Er machte die Entdeckung, dass viele seiner Patienten, trotz bester homöopathischer Behandlung nicht endgültig gesundeten. Akute Erkrankungen konnten zwar in Anwendung der entsprechenden homöopathischen Arznei geheilt werden, die chronischen Krankheiten jedoch widersetzten sich seinen Anstrengungen. Ihr akutes Aufflammen konnte Hahnemann zwar besänftigen, doch die Krankheit kam wieder, meist in abgeschwächter Form und ein anderes Organ betreffend, doch sie kam wieder.

Für Hahnemann musste es scheinen, als jagte er einem Phantom nach. Als Leitmotiv dieser chronischen Erkrankungen bezeichnet Hahnemann die Haut. Es ist in jedem Fall die Haut, die reagiert und die ausdrückt, dass von Innen ein krankhafter Prozess nach außen verlagert wird. Mit dieser Feststellung leitet Hahnemann eine weitreichende Abhandlung über die Behandlung des “Lokalübels” ein. Er kommt zu der Feststellung, dass, wenn die innere Erkrankung nicht geheilt wird, eine Heilung des Kranken nicht möglich ist.

Der homöopathische Arzt hat den Auftrag, eine besonders gründliche individualisierende Untersuchung einzuleiten. Diese Untersuchung dient zur Erkundung auch weit zurückliegender Beschwerden. Sie bezieht auch Gemütskrankheiten mit ein und dehnt die Symptomerforschung auch auf Lebensumstände, Gefühle, sowie auf Ereignisse und Sorgen aus. Für den homöopathischen Arzt kann keine Heilung, ohne Individualisierung jedes Krankheitsfalles stattfinden. (Samuel Hahnemann, “Die Chronischen Krankheiten”, Band 4, 2003, Karl F. Haug Verlag, Stuttgart)

Der Beginn einer Krankheit

4. Mai 2014

Homöopathie und mit Ihr die „Wiener Schule der Homöopathie“ praktiziert eine „Therapie des Anfangs“. Es geht um die „auslösende Ursache“, jenes Ereignis, mit dem alles begann.

Die Homöopathie räumt diesem Ereignis- und nur dieser Ursache eine besondere Bedeutung zu. Auch Hahnemann sieht in der Entstehungsgeschichte einer Krankheit den Ansatzpunkt für die Heilung. Die Homöopathie versteht sich als Medizin zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes in allen Schichten der Person. Neben den auslösenden Ursachen sind es vor allem zwei große Traumata, die als Ursprung von Krankheiten zu erkennen sind.

Psychisches Trauma
Angst ist in unserer Zeit ein Signal für menschliches Leiden geworden. Angst ist ein Element, das mutlos, verzweifelt und krank machen kann. Ähnliches gilt für Kummer, besonders für jenen, “innersten Kummer“, der sich oft als Wurzel einer Krankheit erweist. In das psychische Trauma werden oft auch aggressive Empfindungen, wie Ärger, Aufregung und Zorn gereiht.

Physisches Trauma
Auslösende Ursache für Beschwerden und oftmals chronisch gewordene Krankheiten können Impfschäden aus der Kindheit, nicht ausgeheilte Krankheiten oder Unterdrückung von Erkrankungen sein.

Der Ursprung gibt Aufschluss
Verfolgt man Krankheiten zurück zu Ihrem Entstehen, offenbart sich nicht selten ein aufschlussreicher, “roter Faden“, der Organschäden und Organstörungen erklärt. Das Wissen um mögliche „auslösende Ursachen“ einer Erkrankung versetzt die Homöopathie in die Lage, einen weiteren, aufschlussreichen Zugang zum Menschen und zu seinem Leiden zu bekommen. Der homöopathische Arzt wird dadurch an den Beginn eines Menschenschicksals geführt, dem er nun, in Kenntnis, um den Ursprung, mit der entsprechend gewählten Medizin, wirkungsvoll begegnen kann.

Hautausschläge

20. April 2014

Schulmedizinisch betrachtet gehören Ausschläge, welcher Art auch immer, in die Praxis des Hautarztes. Der erfahrene homöopathische Arzt weiß, dass kein Hautausschlag durch äußere Mittel (Salben, Tinkturen) vertrieben werden darf. Die menschliche Haut bringt aus sich heraus keinen Ausschlag hervor, ohne dass innere Organe erkrankt sind. Hauterkrankungen haben ihren Ursprung immer im Magen-Darmtrakt, wobei meist auch erhöhte Leber- und Nierenwerte festzustellen sind. Der homöopathische Arzt wird Patienten mit Hauterkrankungen in ein Speziallabor für Labordiagnostik überweisen.

Jugendakne

23. März 2014

Die Trennung der Akne in eine jugendliche Form und eine Form nach abgeschlossener Pubertät ist angezeigt, da die Pubertätsakne im Zuge einer sowohl hormonellen Umstellung, als auch Stoffwechselumstellung auftritt. Die Spätakne, die sich selten von der Jugendakne fortsetzt, ist Ausdruck hormoneller Schwächen und Störungen des Stoffwechsels.

Antibiotikatherapien können nur unbefriedigend und vorübergehend sein. Die Homöopathie versucht, den Prozess der Störung und die Beziehung zu Stoffwechsel und Organfunktionen zu beeinflussen. Die Tatsache, dass in jedem jugendlichen Organismus eine hormonelle Umwandlung stattfindet, und doch nicht jeder Jugendliche an Akne leidet, lässt den Blickwinkel auf andere Stoffwechselstörungen fallen und die Beschaffenheit der Haut näher betrachten.

Durch homöopathische Mittel sollen nicht nur die Stoffwechselvorgänge über die Schilddrüse, sondern auch die Entgiftungsvorgänge und Entschlackungsvorgänge über Leber und Niere angeregt werden. Aknetherapie bedeutet immer Sanierung des gestörten Stoffwechsels.

Ganzheitliche Behandlung des Heuschnupfens

9. Februar 2014

Im Rahmen einer klassisch homöopathischen Behandlung des Heuschnupfens ist es wesentlich, individuelle und charakteristische Feinheiten der Symptome herauszuarbeiten. Das Wesen der Homöopathie besagt, dass es keine zwei Heuschnupfenpatienten gibt, die sich gleichen. Aus dieser Symptomgesamtheit wählt der homöopathische Arzt ein passendes Arzneimittel auf der Grundlage des homöopathischen Ähnlichkeitsgesetzes aus. So werden nacheinander wirksame Heilsimpulse gesetzt , welche auch auf das geschwächte Abwehrsystem einwirken. In den meisten Fällen leiden Allergiepatienten, natürlich auch Heuschnupfenpatienten, an einer nicht intakten Darmflora, hervorgerufen durch Nahrungsmittel-unverträglichkeiten. Eine gestörte Darmflora führt früher oder später zu Erkrankungen. Untersuchungen der Darmflora werden nur in speziellen Labors durchgeführt. Darmspiegelungen bringen keinen Aufschluss über die gestörte Darmflora.

Homöopathische Arzneimittelfindung

31. März 2013

Das Erstgespräch mit dem Patienten hat dem homöopathischen Arzt eine Fülle von Symptomen geliefert, die er nun für die Arzneifindung beurteilen, bewerten und mit seinem Wissen ergänzen muss. Die Arzneimittelbilder hat der Arzt bei seiner Ausbildung zum Homöopathen kennen gelernt und er hat sein Wissen über sie durch den ständigen Umgang vertieft. Das Bild des kranken Menschen muss von Fall zu Fall neu erfasst werden. Dem Ähnlichkeitsprinzip folgend, sucht nun der Arzt nach jenen Symptomen, die für den jeweiligen Kranken charakteristisch sind und sich in der Arznei wieder finden.

Denn erst wenn Arzneimittelbild und Menschenbild übereinstimmen, kann Heilung erfolgen.