Hahnemann: sein Leben, sein Denken, sein Werdegang
Sonntag, 31. August 2008“Wage es, weise zu sein”.
Dieser Leitspruch stand über dem Portal der Meissener Fürsten- und Landesschule. In diese Schule trat Hahnemann mit 15 Jahren ein. Neben den Fremdsprachen (Griechisch, Latein. Hebräisch, Italienisch, Französisch und Englisch) entdeckte Hahnemann hier seine Liebe zur Chemie und zur Medizin. 1775 wechselte er nach Leibzig, um dort Medizin zu studieren. Das Studium an der damals berühmtesten Universität Deutschlands enttäuschte Ihn aber sehr (Medizin wurde nur vom Katheder aus, aber nicht am Krankenbett unterrichtet). 1777 ging Hahnemann nach Wien, beim Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia fand er Medizin am Krankenbett und Barmherzigkeit als oberstes Gebot ärztlichen Handelns.
Die fruchtbare Wiener Zeit währte nur 9 Monate (Hahnemann finanzierte sich sein Studium durch Übersetzungen, dabei blieb oftmals die Bezahlung aus). In der deutschen Residenzstadt Hermannstadt fand Hahnemann einen Gönner und somit eine Anstellung als Hausarzt - obwohl er noch nicht promoviert hatte. 1797 verließ Hahnemann Siebenbürgen und promovierte an einer deutschen Universität zum Doktor der gesamten Heilkunde. Seine Dissertation trug den Titel “Ursache und behandlerische Betrachtung krampfhafter Affekte”. Bald traten zwei grundlegende Einsichten, die ihn bis zu seinem Lebensende begleiten sollten, zu Tage: Diätische Maßnahmen und das stete Bemühen, dem Patienten Schmerzen zu ersparen. Der Titel seines ersten Buches lautete: “Anleitung, alte Schäden und faule Geschwüre zu heilen.”
1810 veröffentlichte Hahnemann das Organon, das Lehrbuch der Homöopathie. Das Organon ist ein Gesetzeswerk, in dem Hahnemann in 291 Paragraphen streng logisch aufgebaut, seine Vorschriften zur Behandlung Kranker, seine Einsichten und Erfahrungen bekanntgab. 1812 erhielt Hahnemann eine Dozentur an der Leibziger Universität um seine Lehre an junge angehende Ärzte weiterzugeben.
Hahnemann verstarb 88-jährig in Paris (1843).
(entnommen aus dem Buch Dorcsi, Matthias: Handbuch der Homöopathie)





