Es gibt nur 3 chronische Krankheiten: Syphilis, Sykosis und Psora. Alle 3 sind miasmatischer dass heißt ansteckungsbedingter Herkunft. Nach erfolgter Ansteckung ergreift das betreffende Miasma augenblicklich den ganzen Organismus. Erst dann bildet sich ein Hauptsymptom, welches durch ärztliche Kunst meist vernichtet wird. Dadurch kommt es zum Ausbruch der chronischen Krankheit mit allen zerstörerischen Folgen. Syphilis und Sykosis schenkt Hahnemann keine zu große Bedeutung. Das weitaus wichtigste Miasma ist die Psora. Ihr ist die größte Anzahl aller chronischen Übel anzulasten Die Psora ist daher die einzige “Quelle” der unzähligen chronischen Leiden, die die Menschen heute plagen. Solange der, die innere Krankheit, auslösende Ausschlag, noch auf der Haut (Kopf, Gesicht, Haare, Nägel und übrige Körperteile) zu sehen ist, ist es für einen gut geschulten, homöopathischen Arzt leicht, die innere Krankheit zu heilen. Wurde das äußerlich sichtbare Geschehen (Ekzeme, Ausschläge, Haarausfall, Nagelprobleme u.a.m.) aber bereits behandelt, so beherrscht die PSORA bereits den ganzen Organismus und breitet sich immer weiter aus. Es ist also von großer Bedeutung die Vernichtung des Ausschlages zu vermeiden und stattdessen die innere Erkrankung auszuheilen. Die, durch äußere Vertreibung des Hautausschlages, Entfernung von Muttermalen u.a.m. anfänglich erfolgte Besserung, hindert nichts daran, dass sich die PSORA im Körper weiter ausbreitet und zu schweren chronischen Krankheiten führt.
Für Hahnemann ist es unverständlich und gedankenlos, zu glauben, Ausschläge und dergleichen, seien ein bloßes Übel der Haut, an dem der innere Körper keinen Anteil nimmt. Dabei ist immer eine innere Erkrankung schuld an einem Hautausschlag. Die Haut reagiert niemals ohne innere Ursache. Kein Ausschlag, egal welcher Art er auch ist, kann durch äußere Behandlung ausgeheilt werden. Es erfolgt nur eine kurze Zeit der Besserung, an eine gründliche Heilung ist aber nicht zu denken.